TH FI TO IN PH

2018 james lee byars photo m hka 27

James Lee Byars

1975

Object, 5.6 x 0.2 cm.
Materials: wooden toothpick

Collection: Collection M HKA, Antwerp (Inv. no. S0389_01).

Die Buchstaben, die James Lee Byars mit Bleistift auf den Zahnstocher geschrieben hat, stehen für The First Interrogative Philosophy (dt. Die erste vollständig fragende Philosophie). Laut diesem amerikanischen Bildhauer und Performancekünstler öffnet sein Werk einen Besinnungsraum, einen Raum, in dem Fragen stellen wichtiger ist, als sie zu beantworten. Byars betrachtet Antworten als ideologische Konstruktionen, als Lösungen, die neue Fragen verschwinden lasen. Mit TH FI TO IN PH beantwortet er unabhängige Fragen denn auch immer wieder mit anderen Fragen. Auf diese Weise will der Künstler konzeptuelle Bilder befreien von ihren Grenzen und eine Offenheit kreieren für das Absolute. Auch diese goldene Nadel und Zahnstocher kann man als Symbole für das Absolute interpretieren. Byars arbeitete gerne mit alltäglichen Objekten, aber er hat sie in eine mysteriöse Atmosphäre gestellt, beziehungsweise, er kombinierte irdische Sachen mit Spiritualität. Gegen den dunklen Hintergrund treten die Nadel und der Zahnstocher als mysteriöse Entitäten nach vorne. Dadurch können wir Momente von unerwarteter Perfektion erleben. Letzteres ist ein Merkmal, dem Byars öfter nachgestrebt hat: Eine von seinen unvollendeten Projekten ist eine 333 Meter lange Nadel, die er in Berlin aufstellen wollte. Dieses gigantische Werk sollte bis in die Wolken reichen müssen, aber würde zugleich betrachtet werden können als ein Lichtstrahl, der aus dem Himmel auf uns niedersteigt. James Lee Byars’ Leitspruch “announce the perfect until it happens” (dt. Kündige das Perfekte an, bis es geschieht) kann man also sicher auch auf diese Objekte anwenden. Mit diesen Objekten – wovon die Nadel das kleinste Objekt aus der Kollektion des M HKAs ist – hat er versucht, das Unmögliche möglich zu machen.

Events View all

Ensembles View all

Actors View all

Linked Items View all