Aanwinsten 2016 [Acquisitions 2016]

Euromental 2

Ensemble

M HKA baute durch frühere Engagements in verschiedene Bewegungen eine erhebliche Kunstkollektion aus der ehemaligen Sowjetunion auf, die sinnbildlich in eine eurasiatische Perspektive eingesetzt werden kann. 2016 wurde die Kollektion, vor allem im Rahmen der Biennale von Moskau mit diesem Ensemble verstärkt: euro-asiatische Kunst, bei der die Performativität und das gesellschaftskritische Engagement unterstrichen wurden. Die Kollektion wurde um zwei Filme von Evgeny Granilshchikov vervollständigt. Es wurde auch ein Werk von Badi Badalov gekauft. In Iam euromental (2015)  wurde mit Wörtern experimentiert, wobei Sprache und Bilder verschiedener Kulturen vermischt wurden. Auch von Alevtina Kakhidze wurde eine Installation erworben. The Most Commercial Project (2010) richtet sich auf die Verbraucherkultur. Kakhidze nutzt die Spannung im Verhältnis zwischen Verlangen und Notwendigkeit, indem sie die Objekte ihres Verlangens zeichnet und nicht nur den Preis andeutet, sondern auch effektiv den Preis – als fester  Preis - vorgibt. Vom chinesischen Kollektiv Birdhead, das die Stadt und ihre Umgebung beobachtet wurde Welcome to BIRDHEAD World Again, Moscow(2015) gekauft. Dank der strukturellen Zusammenarbeit mit der V-A-C Foundation aus Moskau, die seit 2009 russische zeitgenössische Kunst unterstützt, hat das M HKA die saalfüllende Installation Immortality Forever(2015) von Evgeny Antufiev erwerben können. Antufiev thematisiert seine Beziehung zur (russischen) Volkskultur. Die Installation richtet sich auf die legendäre Tänzerin Anna Pavlova. Er organisierte auch einen Sponsorenaustausch, wobei ein Zugangsticket zur Ausstellung Rabatte für ein Pavlova-Gebäck gab und umgekehrt. Und schließlich schenkte die Künstlerin Victoria Begalskaya die Ausstrahlrecht auf ihren Film Aphrodite’s Girdle (2014).

Im Rahmen verschiedener Ausstellung im M HKA wurden Werke wichtiger nationaler und internationaler Künstler mit einer eindeutigen sozial-politischen Geladenheit gekauft. So wurde TREMOR, RUMOUR, HOOVER(2001) von Huseyin Alptekin gekauft. Es ist ‘plastische Kunst’, die die prosaische materiellen Qualitäten des “globalen Rummels” wiederspiegelt, der den Strom des transnationalen Kapitalismus des Freien Marktes mit sich bringt.

Sehr subjektive Wortspiele werden in ein “billiges und fröhliches” Billboard-Anzeigensystem gezeigt. Von der Künstlerin Otobong Nkanga wurde im Rahmen ihrer Ausstellung in der Reihe ‘In Situ’ im Erdgeschoss des M HKA eines ihrer Textilwerke gekauft. Ihr Werk behandelt die Beziehungen zwischen dem natürlichen Reichtum der Erde und deren Ausbeutung durch den Menschen. Eine ihrer zentralen und anhaltenden Sorgen ist die Frage, wie die Intensität des Abbaus von Mineralien untrennbar verbunden ist mit dem Kapitalismus. Von Kati Heck wurde eine große Installation Holy Hauruck - der Maler und ihre Muse (2016), die sie eigens für die Doppelausstellung mit Vaast Colson, gemacht hat, gekauft. Vom letzteren hat das Museum Old Town Canoe (2015) über eine Schenkung von De Vrienden van het M HKA erworben.

2016 wurde die Kollektion ebenfalls durch die internationale Avantgarde aus unserer Region der sechziger und siebziger Jahre mit Ausrichtung auf Performativität und gesellschaftskritischem Engagement verstärkt. Die bereits erhebliche Repräsentation im Museum von Panamarenko in der Kollektion wurde durch zwei Modelle eines eingebildeten Fahrzeugs vervollständigt, das auf poetische Weise den Traum vom Fliegen mit der eigene Kraft darstellen: Meganeudon und Reis naar de sterren. Auch der Kauf des Werks von Daniël DewaeleKunst tegen werkloosheid(1979) muss in diesem Licht betrachtet werden. Und Danny Matthys hat auch dieses Jahr eine Reihe seiner älteren Fotowerke dem M HKA geschenkt. Das Ensemble um Danny Matthys hat hierdurch enorm an Bedeutung gewonnen. In diesem Jahr wurden ebenfalls Gespräche begonnen über die Nachlassenschaft des Künstlers Hugyo Roelandt, einem Pionier der Performancekunst in Belgien in den 70er und 80er Jahren. Hugyo Roelandt schenkte einen Teil seiner Nachlassenschaft der Königlichen Akademie von Antwerpen. Seine Partnerin Lydia Van Loock und die Akademie haben beschlossen, das Künstlerarchiv als Einheit als Forschungsplattform über den Künstler und die Performance-Kunst in Belgien zu bewahren und es ihrerseits dem M HKA zu schenken. Das M HKA hat sich auch für das Werk des Journalisten, Essayisten, Males, Zeichners, Performers und konzeptuellen Künstlers Jef Lambrecht eingesetzt und konnte durch Schenkungen auch einige seiner Referenz-Werke erwerben.

Ferner wurden Kunstwerke von jüngsten Künstlern erworben, die auf der Tradition der Avantgarde aufbauten. Im Rahmen der Ausstellung ‘The Gap’ mit Kurator Lucy Tuymans über die Abstraktion im zwanzigsten Jahrhundert und der zeitgenössischen belgischen Künste wurde ein Werk von Timothy Seghers gekauft. Er hat die Flachheit mit seinen pikschwarzen Wandskulpturen neu definiert. Oberflächen werden zu schwarzen Leeren. Diese Werke machen Raum und gleichzeitig sind sie zweidimensional. Außerdem wurde ein Werk von Maryam Najd erworben.

Das M HKA kaufte im Jahr 2016 vom Künstler Danny Devos auch einen ersten Teil eines großen und langen Projektes. Seit Mitte der 80er Jahre unterhielt Danny Devos eine Korrespondenz mit verurteilten Serienmördern, um die Beweggründe der Mörder zu erforschen. Das Jockel-Projekt ist ein Schlüsselwerk von Devos, da die verschiedenen Facetten seiner Praxis hier zusammenkommen. Die aufgeführten Brief verweisen auf seine Korrespondenz. Die 4 Performances an der Stelle, wo die 4 Opfer ermordet wurden, verbinden seine Body Art und Performances mit dem Projekt. Die Objekte verweisen auf seine Skulpturen und Installationen.

Das Kernensemble um die visuelle Poesie von Paul De Vree wurde in den letzten Jahren in einen internationalen Kontext versetzt, wobei Grafiken, Skizzen und Filme verschiedener italienischer visueller Dichter, mit denen De Vree zusammenarbeitete, hinzugefügt wurden. Im Anschluss an eine vorherige Schenkung einer Reihe Skizzen und Entwurfzeichnungen schenkte der visuelle Dichter Sarenco 7 neu produzierte Werke aus den siebziger Jahre. Hierdurch konnte das Ensemble der visuellen und konkreten Poesie in der Kollektion durch die internationalen Avantgarde aus unserer Region aus den sechziger und siebziger Jahren mit Akzent auf dem gesellschaftskritischen Engagement verstärkt werden.

Ferner wurden Werke von Jonathan Meese und Jan De Lauré zur Kollektion hinzugefügt. Außerdem erwarb das Museum kleinere Werke, Auflagen und Multiples von diversen Künstlern.

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