Jacques Lizène

Lizenne2009 1

° 1946

Né à Liège (BE), vit à Liège (BE).

Jacques Lizène (°1946, Ougrée, Belgien) ist einer der produktivsten Mitglieder des Lütticher Künstlerkollektivs CAP (Cercle d'Art Prospectif), dem auch Pierre Courtois, Jacques Lennep, Jacques-Louis Nyst und Jean-Pierre Ransonnet angehörten. In der Zeit von 1972 bis 1982 entwickelten sie zusammen ein beträchtliches Werk, das sie heute als ‘relational’ bezeichnen. Ihr Ansatz lässt an Fluxus denken, obwohl Lizène seine Arbeit als ‘Non-Fluxus’ definiert. Fluxus umarmt das Leben, aber Lizène behauptet, dagegen vorzugehen und er zögert nicht, die eigene Person einzusetzen, um dies zu beweisen: schon im frühen Alter ließ er eine Vasektomie durchführen.

Er sieht seine Werke als Produkte, die durch ein virtuelles Institut de l'Art Stupide gemacht werden. Sie sind ‘einfach’, ‘unwichtig’, sogar ‘lächerlich’. Lizène rebelliert gegen viele Dinge, aber vor allem gegen die Werte und Verhaltensweisen der Elite-Kunstwelt. Er will, dass alle Einrichtungen die Qualen mitmachen, verspottet zu werden: das Museum, die Galerien und vor allem der Künstler. Lizène lacht über jeden ‘ernsten’ ästhetischen Diskurs, der eigentlich nichts anderes ist als hochmutiges leeres Gelaber. Darum stellt er sich selbst als ‘kleiner Meister aus Lüttich aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts’ vor. Doch genau durch diese Selbstverhöhnung erhält Lizène die Aufmerksamkeit der Einrichtungen, gegen die er rebelliert.

Letztendlich gehört der ‘Narr’ Lizène zur Kunstwelt, die er lächerlich macht, und er ist sich dessen sehr wohl bewusst. Das Paradox der Subversion – das jedes System nur von Innen untergraben werden kann – prägt seine ganze Praxis.

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